Cocastrauch

Cocastrauch – Beschreibung: Es ist ein immergrüner, bis 5 m hoher Strauch, der im Anbau als Nutzpflanze niedrig gehalten wird. Er hat eine rötliche Rinde. Die Blätter sind wechselständig, elliptisch bis spatelförmig und 5 bis 15 cm lang. Aus den Blattachseln wachsen 1 bis 5 unscheinbare, kleine gelbliche Blüten. Aus den oberständigen Fruchtknoten entwickeln sich einsamige rote Steinfrüchte.

Inhaltsstoffe: Getrocknete (bei max. 40 °C) Cocablätter enthalten ca. 0,5 bis 1,3 Prozent Alkaloide, davon bestehen bis zu drei Viertel aus Kokain.

Außerdem enthalten sie relativ große Mengen an Kohlenhydraten, Calcium sowie Proteinen, Eisen, Vitamin A und Vitamin B2. Für die ansässigen Indios war die Pflanze bis zur Ankunft der spanischen Conquistadores die einzige reichhaltige Calcium-Quelle. Seither verzehren sie auch Milchprodukte.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter.

Cocastrauch Wirkung und AnwendungWirkung von Cocastrauch und Anwendung: Das Kauen von Coca-Blättern ist in den Anden sowie im Tiefland des Gran Chaco seit Jahrhunderten verbreitet. Die Blätter werden als Genussmittel, als Nahrungsergänzungsmittel, für kultische und medizinische Zwecke genutzt. Sie helfen Hunger, Müdigkeit und Kälte zu verdrängen und sind sehr wirksam gegen die Höhenkrankheit, da sie die Sauerstoffaufnahme verbessern. Auch hatten die Cocablätter eine spirituelle Bedeutung. Die gekauten Blätter bilden, zusammen mit Kalk und anderen Hilfssubstanzen (zum Beispiel Pflanzenasche), eine sogenannte „bola“.

Heilwirkung: Herz, Verdauung.

Nebenwirkungen: Die Droge Kokainhydrochlorid, die aus den Blättern der Pflanze Erythroxylum coca gewonnen wird, ist stark giftig. Die wichtigste Nebenwirkung ist die nach der Euphorie auftretende Depression. Ebenfalls nennenswert ist auch das hohe Abhängigkeitspotenzial. Die Kokapflanze an sich bzw. die alkaloidhaltigen Blätter sind nicht gesund nur weil diese, wie oben erwähnt viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Das Abhängigkeitspotenzial und die Nebenwirkungen sind demnach keinesfalls denen von Kokain gleichzusetzen. Ein oft üblicher Vergleich mit der Abhängigkeitswirkung von Tee oder Kaffee ist nicht belegt.