Faulbaum

Faulbaum (Rhamnus frangula) – Beschreibung: Der Faulbaum wächst als Strauch oder als kleiner Baum, der bis zu 6 Meter hoch werden kann, und meist über 60 Jahre alt wird. Die Rinde gibt einen leicht fauligen Geruch ab, woher der Faulbaum auch seinen Namen hat. Die eiförmigen Laubblätter haben Seitennerven, die leicht zur Blattspitze hin gebogen sind; sie wachsen vermehrt an den Enden der Zweige.

Die Blütezeit des Faulbaums fällt mit der Apfelblüte zusammen. Er blüht meist von Mai bis Juni, in der Rheinebene bereits ab Mitte April. Die Faulbaumblüte ist durch einen intensiv-süßlichen, angenehmen Geruch gekennzeichnet, den man je nach Windrichtung schon aus weiter Entfernung wahrnehmen kann.

Der Faulbaum setzt beerenartige Steinfrüchte an, die zuerst grün, dann rot und im reifen Zustand blauschwarz sind. Ein charakteristisches Merkmal ist, dass die Früchte nicht gleichzeitig reifen und so neben schwarzen auch rote „Beeren“ wachsen. Die Früchte können eine stark giftige Wirkung haben und sind dann besonders für kleine Kinder gefährlich.

Inhaltsstoffe: Anthrachinone, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glukofranguline, Glykoside, Saponine.

Verwendete Pflanzenteile: Medizinisch verwendet wird die vor der Blüte gesammelte und getrocknete Rinde.

Faulbaum Wirkung und AnwendungFaulbaum Wirkung und Anwendung: Unreife Beeren sowie Blätter und junge Rinde können nach Einnahme zu Magen- und Darmbeschwerden führen. Die Rinde enthält die Wirkstoffabkömmlinge Anthron und Anthranol. Erhitzen oder mindestens einjähriges Lagern oxidiert die Wirkstoffe zu Anthrachinonen. Danach kann die Rinde als Tee zubereitet werden, der zusammen mit anderen Pflanzen als Abführmittel oder gegen Blähungen wirkt (Karminativum).

Früchte und Rinde des Faulbaums wurden in der Vergangenheit als Färberohstoff für Textilien und Haare verwendet. Je nach Stoffart erzielte man mit der Rinde goldgelbe bis rotbraune, mit den Früchten zitronengelbe bis senfgelbe Farbtöne.

Die frische oder zu kurz gelagerte Rinde darf nicht benutzt werden, da die giftigen Bestandteile starkes Erbrechen auslösen.

Heilwirkung: Er wirkt abführend, antiabsorbtiv, hydragog, laxierend, stuhltreibend, milzanregend, kreislaufstärkend, schleimlösend, wurmtötend und hilft bei Verstopfung, Arterienverkalkung, Blutreinigung, Fettsucht, Gallenflußstauung, Gallenkolik, Gallenschwäche, Hämorrhoiden, Krätze, Leberschwellung, Mundschleimhautentzündung, Wassersucht und Zahnfleischentzündung.

Wichtige Hinweise: Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Kindern unter 12 Jahren und in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!

In Einzelfällen kann die Einnahme von Faulbaumrinde zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden führen. In diesen Fällen sollte eine geringere Dosis gewählt werden.