Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum perforatum) – Beschreibung: Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde Pflanze mit stark verästelter, spindelförmiger, bis 50 cm Tiefe reichender Wurzel und bis 60 cm hoher Strauch. Johanniskraut hat goldgelbe, in Trugdolden stehende Blüten und eine eiförmige, gefächerte Frucht.

Inhaltsstoffe: Johanniskraut enthält Hypericin, Hyperforin, Hyperinrot, Hyperipharm und Hyperisol, Flavonoide, Myristinsäure, Violaxanthin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Phytosterin, Phytosterole, Stearin, Taraxasterol.

Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut (innerlich), Blüten (äußerlich)

Johanniskraut Wirkung und Anwendung: Seit mehreren Jahren wird auch Johanniskraut häufig für leichte bis mittelschwere Fälle von Depression angewandt. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist aber umstritten.

Johanniskraut Wirkung und AnwendungHeute wird es als pflanzliches Arzneimittel wegen seiner leicht stimmungsaufhellenden Wirkungen zur Behandlung von leichten bis mittleren depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt.

Volksmedizinisch wird Johanniskraut als Tee (Johanniskraut Tee) und Tinktur auch bei Menstruationsbeschwerden und pubertätsbedingten Verstimmungen verwendet.

Heilwirkung: Johanniskraut wirkt beruhigend, blutstillend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend, desinfizierend und hilft besonders gegen Nervenschwäche und Depressionen, Melancholie, Migräne. Außerdem gegen Entzündungen, bei Bronchitis, Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfall, Hämorrhoiden, Rheuma, Gicht, Menstruationsbeschwerden, Geschwüre, Wechseljahrsbeschwerden, Ekzem.

Johanniskraut Nebenwirkungen: Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf. In Einzelfällen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden. Außerdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen. In hoher Dosierung wirkt es u. U. stark phototoxisch. Hellhäutige Menschen, die Johanniskraut regelmäßig einnehmen und sich in Solarien oder auf Urlaubsreisen bräunen wollen, sollten ein Absetzen des Johanniskrautpräparates 14 Tage vor der ersten Licht-/Sonneneinstrahlung in Erwägung ziehen. Da Hypericin die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht erhöht (Photosensibilitätsreaktion), sollten insbesondere hellhäutige Personen intensive Sonnenbestrahlung oder Solarien meiden. Bei bekannter Lichtempfindlichkeit ist Johanniskraut zu meiden. Selten kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Auch Rinder und Pferde, die zu viel Johanniskraut fressen, zeigen die genannten Symptome.