Meerzwiebel Wirkung und Anwendung

Meerzwiebel (Urginea maritima) – Beschreibung: Die Pflanze wird 50 bis 150 Zentimeter hoch. Sie überwintert mit ihrer Zwiebel. Diese kann mehr als 15 Zentimeter im Durchmesser messen, wird bis zu drei Kilogramm schwer und ragt oft aus dem Boden heraus.

Inhaltsstoffe: Glykoside (giftig)

Verwendete Pflanzenteile: Zwiebel.

Wirkung von Meerzwiebel und Anwendung

Die Zwiebel der Pflanze (Scillae bulbus) ist im Deutschen Arzneibuch aufgeführt. Verwendet werden die nach der Blütezeit gesammelten und getrockneten Zwiebelschuppen der weißzwiebeligen Rasse. Die arzneiliche Bedeutung der Meerzwiebel beruht auf dem Gehalt der Zwiebelschuppen an herzwirksamen Glykosiden. Die Scilla-Glykoside zählen nach ihrem chemischen Aufbau zur Gruppe der Bufadienolide – benannt nach der Krötengattung Bufo, aus deren Gift ähnliche herzwirksame Verbindungen isoliert wurden. (Eine zweite Gruppe von Herzglykosiden sind die Cardenolide. Zu ihnen gehören die Glykoside der Digitalis- und Strophantus-Arten.) Hauptglykosid der Meerzwiebel ist das Glucoscillaren A. Aus ihm entstehen beim Trocknen unter anderem Scillaren A und Proscillaridin. Die Scilla-Glykoside wirken positiv inotrop (herzstärkend), blutdrucksenkend und stark entwässernd (diuretisch). Durch sie schlägt das Herz langsamer und kräftiger. Scilla-Glykoside können unter anderem bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Angina Pectoris oral angewandt werden. Verglichen mit dem Digitalisglykosid Digitoxin wirkt Scillaren A schneller und intensiver, reichert sich aber im Körper kaum an (Kumulation).

Meerzwiebel Heilwirkung

Meerzwiebel wirkt schleimlösend, auswurffördernd und hilft gegen Gelbsucht, Asthma und Krämpfe.

Achtung! Meerzwiebel ist giftig.